Donnerstag, 2. August 2012

To peel or not to peel...

Ein ewiges Thema im Beautybuisiness ist Peeling, Exfoliation, Abschleifen. Die abgestorbenen Hautschuppen sollen entfernt werden und die Haut wie neu erstrahlen. So die Theorie.

Peel me! 



Ich persönlich bin inzwischen kein Fan mehr von obligatorischen, regelmäßigem Gepeele. Warum? Die Haut erfüllt ja eine gewissen Schutzfunktion, wenn man ihr die immer wieder durch diverses Geschrubbe mit Schleifpartikeln beraubt, wird sie nur angeregt, eine neue Schutzbarriere aufzubauen, was zur Folge hat, dass die nachfolgenden Hautschichten nur schneller und dicker nachgebildet werden. Laienhaft ausgedrückt. Klingt ja auch plausibel, auf mechanische Belastung reagiert die Haut sinnvollerweise immer mit einer Verdickung. Wer mal einen Winter lang Schnee geschippt hat oder rudern war, kennt das von den "Schwielen", die sich in der Handinnenfläche bilden.

Meine Beobachtung ist auch, dass ich von Peelings gerne mal kleine Entzündungen im Gesicht bekomme (auch von angeblich "schonenden" Peelings mit abgerundeten Schleifkörpern). Ich erkläre mir das so, dass die Peelingpartikel kleine Mikroverletzungen in der leicht aufgequollenen Haut verursachen, in die dann Bakterien schneller eindringen können. Durch das Geschrubbe drückt man ja die kleinen Biester auch noch in die Haut rein. Ein anderer Effekt ist bei mir auch, dass die Haut dazu neigt, zu schuppen, unruhig auszusehen etc., vor allem im Winter.

Die Natur hat sich da schon was bei gedacht, unsere Haut so aufzubauen, wie sie aufgebaut ist, Millionen Jahre Evolution lassen sich nicht einfach so aushebeln. Was sie sich bei Cellulite gedacht hat, wüsste ich aber auch mal gerne. Jedenfalls: ich peele eigentlich gar nicht mehr mit schleifpartikelhaltigen "Produkten", es gab eine gewissen Übergangsphase, wo ich dauernd dachte, ich hätte jetzt aber bestimmt schon eine massive Elefantenhaut im Gesicht, weil die Haut sich einfach nur normalisiert hat.

Stattdessen verwende ich gerne eine Öl-Seifenreinigung. Ursprünglich geht das auf die ayuverdische Tradition der Reinigung mit Ölen zurück. Das Öl nimmt nach dem Prinzip "gleiches mit gleichem lösen" den Schmutz und Talg der Haut ab und gibt gleichzeitig der Haut die Möglichkeit, sich mit den Inhaltsstoffen der Pflanzenöle zu sättigen. Je nach Hauttyp und Auswahl des Öles kann auch bei fettiger, unreiner Haut die Talgproduktion reguliert werden, trockene Haut wird ordentlich mit Pflege versorgt, empfindliche Haut wird geschützt und ausgeglichen. Und wie geht das?

Eigentlich ganz einfach: Öl in die Haut einmassieren und mit Seife wieder abwaschen.

Ohne zu tief in die Materie einzusteigen:
welches Öl ist geeignet? Eigentlich jedes gute Pflanzenöl, z.B. Olivenöl, Mandelöl, Traubenkernöl, Distelöl, Sesamöl oder auch Ölmischungen, wie Gesichtsöle von Alverde oder so.
Und welche Seife? Ich verwende dafür eine ayuverdische Seife Medimix, die mir auch bei diversen dermatitischen Schüben gute Hilfe leistet. Aber auch eine andere gute Pflanzenseife wie zB Alepposeife (Seife aus Olivenöl) mit rückfettender Wirkung funktioniert.
Die Gesichtsmassage sollte schon einige Minuten dauern, und dem Lymphfluss folgen, das heißt, immer von innen nach außen und abwärts gerichtet:
- von der Stirn zu den Schläfen.
- von der Nase über die Nasenflügel zu den Wangen und oberen Kieferknochen.
- vom Kinn nach außen über die unteren Kieferknochen.
- an den Seiten des Halses entlang bis zum Schlüsselbein.

Nach kurzer Zeit bemerkt man unter Umständen schon kleine Krümelchen unter den Fingerspitzen, das ist ein Zeichen dafür, dass sich Unreinheiten und Verhornungen anfangen zu lösen (ekelig eigentlich, oder?). Anschließend aufgeschäumter Seife im Gesicht verteilen und das ganze mit warmen Wasser oder einem warm-feuchten Waschlappen wieder runternehmen. Im Anschluss kann man noch ordentlich kaltes Wasser ins Gesicht spritzen, das regt nochmal die Durchblutung an.
Nach dem Abtrocknen ist die Haut ganz zart, glatt und weich und kein bisschen "eincremebedürftig". Wie nach einem Peeling, nur ohne Spannungsgefühl. Seitdem ich das so praktiziere, habe ich weder trockene Stellen (im Winter war meine Haut oft so trocken, dass sich Hautrisse und Ekzeme gebildet haben) und meine obligatorischen "Mitesserherde" auf der Nase, den Schläfen und den Wangen sind wie weggezaubert.

Habt ihr die Öl-Seifen-Reinigung schon ausprobiert? Seid ihr auch Fan davon oder mögt ihr das gar nicht?



Kommentare:

  1. oh nein nun hast mich neugierig *hmpf*

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  2. Nachdem Ich nun wöchentlich schon bald meine Reinigung/Creme umstelle und mich bereits Kurz vor der Zwangsvollstreckung befinde, kommt Madame wieder mit einem Tipp daher, der sich ganz zauberhaft liest!
    Eieiei, was nun tun? Ich möchte die friedlich grasende mitessererde auch endlich aus den Haus haben!

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  3. Das Bild ist ja witzig. Cooler Post :-)

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  4. @Uschi
    Was tun?
    Ab in die Küche, Olivenöl geschnappt und los geht die wilde Massiererei

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  5. Hört sich total super an und scheint auch eine ziemlich günstige Alternative zu dem anderen Kram zu sein... werds mal ausprobieren.

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  6. Wie häufig machst du das? Wie bei einem Peeling 1x die Woche oder so.. oder täglich? :o :)

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  7. @Debbie
    Ich mach das so 2 bis 3 mal die Woche, das reicht mir eigentlich. Manchmal auch nur 1 mal die Woche. Man schadet der Haut ja nicht so damit wie mit einem Peeling, von daher würde ich vermuten, dass man das auch öfter durchführen kann. Dann würde ich aber eher ein "leichtes" Öl nehmen. Eine Freundin von mir macht das übrigens mit schnödem Babyöl von Alverde, sollte ja auch sehr mild und schonend sein.

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  8. Danke, das werde ich mal ausprobieren! Mal schauen, ob ich bei dm oder Edeka fündig werde. *grins*

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  9. Da erinnerst du mich an was.. habe ich auch mal ein Weilchen so ähnlich gehandhabt, nur dann nicht mehr und schließlich vergessen :/
    Heute dein Blog entdeckt und finde dein Humor genial ;D
    Huch, schon so spät, zu sehr vertieft gewesen ;)

    Liebe Grüße

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